Zeitvergessen im Dampfbad

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Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen, sagt Igor Strawinsky, und diese Haltung sollte man bei einem Besuch im Hammam auf jedem Fall einnehmen.

Die Athmosphäre eines guten Hammans unterscheidet sich immens von der einer Saunalandschaft. Helmut von Moltke beschreibt in seinem Buch Unter dem Halbmond sehr anschaulich seinen ersten Besuch in einem Hammam:

„Man schlug mir vor, ins Hammam oder türkische Bad zu gehen (…) Wir traten in ein weites hohes Gebäude, in dessen Mitte ein Springbrunnen plätscherte (…) Ich verspürte nicht die geringste Versuchung, nur das kleinste Stück meiner Toilette abzulegen; überdies sah ich überhaupt keine Badewanne (…) Der Badewärter, der in unseren bedenklichen Mienen las, führte uns in ein zweites Gewölbe, in dem schon eine ganz anständige Hitze war. Hier bedeutete man uns durch Zeichen, dass wir uns entkleiden möchten; man wickelt sich ein halbseidenes blaues Tuch um die Hüften und bekommt ein Handtuch als Turban um den Kopf, von dem angenommen wird, dass er nur aus Versehen nicht geschoren ist. Nach dieser Einkleidung schob man uns in eine dritte gewölbte Halle hinein, deren marmorner Fußboden so stark geheizt war, dass man ihn nur auf hölzernen Pantinen (Galendschi) betreten konnte. Unter der Mitte der Kuppel (…) erhebt sich ein zwei Fuß hohes Plateau mit Marmor, Jaspis, Porphyr und Agat reich ausgelegt, auf welches man sich behaglich hinstreckt.
Der Telektschi oder Badewärter schreitet nun zu einer ganz eigentümlichen Prozedur. Der ganze Körper wird gerieben und alle Muskeln gereckt und gedrückt. Der Mann kniet einem auf der Brust oder fährt mit dem Knöchel des Daumens über das Rückgrat; alle Glieder, die Finger und selbst das Genick bringt er durch eine leichte Manipulation zum Knacken. (…) Man begibt sich nun in die kleinen, noch stärker erwärmten Zellen, welche die große Halle umgeben. Hier sprudelt klares Wasser in Marmorbecken, und zwar nach Belieben, aus zwei Hähnen, warmes und kaltes. Der Patient wird nun demselben Verfahren unterworfen wie die türkischen Pferde beim Striegeln, indem nämlich der Wärter einen kleinen Sack aus Ziegenhaar über die rechte Hand zieht und damit den ganzen Körper anhaltend überfährt. Dies ist allerdings eine gründliche Reinigung, und man möchte sagen, dass man noch nie gewaschen gewesen ist, bevor man nicht ein türkisches Bad genommen hat. Der Telektschi erscheint nun aufs Neue mit einer großen Schüssel mit wohlriechendem Seifenschaum. Mittels eines großen Quastes aus den Fasern der Palmrinde seift er seinen Mann vom Scheitel bis zur Fußsohle, Haare, Gesicht, alles ein, und mit wahrem Vergnügen gießt man sich dann das kalte Wasser über Kopf, Brust und Leib. (…) Wir streckten uns nun in der Eingangshalle so behaglich hin, wie wir es von den Türken sahen.“Ich werde vor Weihnachten einen Hammam-Tag einlegen…..das schenke ich mir selbst!

 

 

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Sofalust

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Ein Leben ohne Sofa ist kein Leben! Ich habe es ausprobiert. Einige Monate war ich ohne dieses Möbel und, es war schrecklich!

Und wer hat es erfunden? Die Araber natürlich. Suffa nannte man gepolsterte Ruhebänke, die mit Decken und Kissen hergerichtet wurden. Der Begriff Sofa ging erst Ende des 17. Jahrhunderts in den deutschen Sprachgebrauch über, als die damaligen Sofas den heutigen Gestellen mit Polsterung entsprachen. Natürlich waren Sofas ausschließlich dem Adel vorbehalten, da es sich um teure Luxusmöbel handelte.

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Die Engländer nannten das Sofa Couch, die Franzosen Canapé und die Perser schufen den Begriff Divan.

Wie auch immer man es nennen mag, das Sofa ist, neben dem Bett, ein Ort der Muße, des Ausruhens, des Innehaltens. Es sollte die Königin eines jeden Raumes sein – geben wir dem Sofa den Platz, den es verdient !

Schokolade – der (meist) süße Traum

Oh Du unendliche Verführung! Was gibt es Schöneres!

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Ich lasse sie mir nicht nehmen, meine geliebte Schokolade. Sie ist jedes Gramm wert, das ich durch sie zunehme. Ich mag sie süß, gerne eiskalt aus dem Kühlschrank und dann auf der Zunge zergehen lassend.

Die Azteken schufen als erstes eine bitter-scharfe Variante – daher auch der Name xocóatl, was so viel bedeutete wie bitteres Wasser. Möchte ich mir gar nicht vorstellen wenn ich an die cremige Substanz denke, mit der ich Schokolade verbinde!

Aber nach Überlieferung der Maya war die Kakaopflanze göttlichen Ursprungs und ja, es kann gar nicht anders sein! Während ich das hier schreibe, knabbere ich übrigens an einer Tafel Nuss-Schokolade….ich kann unmöglich über dieses Thema schreiben ohne zu naschen.

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Früher wurde die Verwendung von Kakao und der Schokolade sowohl als Lebensmittel als auch als Medizin ist für Lateinamerika und Europa belegt. Schokolade wurde als generell kräftigend, leicht verdaulich und als Aphrodisiakum empfohlen. Noch bis ins 19. Jahrhundert wurde Schokolade in Apotheken als „Kräftigungsmittel“ verkauft. Verehrte Leserschaft, es wird Zeit, Schokolade wieder als das zu sehen was sie ist: ein göttliches Vergnügen!!!

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Fashionweek Paris

Ich liebe Paris. Mit allen Klischees und trotz aller Touristenströme – es bleibt eine unfassbar schöne Stadt. Bunt, lebendig, traditionell und innovativ….Sie merken, ich komme ins Schwärmen.

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Paris. Stadt der Liebe und Stadt der Mode. Bei der für mich letzten Station der Fashion Week Metropolen, wurde es mir denn doch ein wenig langweilig. Nicht wegen der Mode. Die ist jede Saison immer wieder ein Spektakel wert.

Bei der Recherche suchte ich nach aktuellem (wer will schon Dinge aus anderen Jahren sehen) und ja, alles ist toll, faszinierend, glamourös aber, mir war ganz egal ob das Kleid, die Tasche, der Mantel oder was auch immer ich fand, von der aktuellen, der letzten oder der vorletzten Saison war. Es gefiel mir, oder es gefiel mir nicht.

Und wieder ist mir bewußt, dass Mode für mich etwas ganz anderes ist und, meiner Meinung nach, sein sollte. Ein kreatives Spiel. Wer das nötige Kleingeld hat, kann sich natürlich ein Kleid von Gucci, Chanel oder Prada kaufen. Dann trägt man das. Mehr nicht. Aber zu schauen, was passt zu mir, was kombiniere ich womit, um es zu einem modischen Höhepunkt zu führen, das ist etwas anderes. Das ist Stil.

Deshalb hier noch ein paar Photos von drei in Paris lebenden Frauen, Diane Pernet, Lilly Gatins und Catherine Baba, die ihren ganz individuellen Stil geprägt haben. Für mich das absolute A und O und immer wieder inspirierend!

Fashionweek Mailand

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Die italienische Grandezza made in Milano! Die Modewoche Milano Moda Donna überzeugt jedes Mal mit pompösen Locations und opulenten Looks. Das Spektrum der Designer ist groß – bei der Milano Moda Donna zeigen pro Saison rund 60 Labels ihre Kollektionen!

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Der italienische Stil ist vielfältig. Klassisches bei Fendi, Bottega Veneta oder Armani, und wunderbar Opulentes bei Dolce & Gabbana, Gucci oder Marni.

Im Grunde seines Herzens ist der Italiener aber konservativ, so findet man viel Eleganz, aber eher wenig Schräges oder Provokantes. Schönes allerdings in Hülle und Fülle.

Zu den Big Four der vier bedeutendsten Austragungsorte für Modeschauen gehörend, spielt die Mailänder Fashionweek in der Herrenmode die wichtigste Rolle. In Italien waren die Männer immer besser gekleidet, auch wenn so manche Nation aufzuholen scheint. Ich persönlich mag ja den Dandy-Look und wünsche mir bei den Herren immer wieder mehr Mut zum Stil – bitte schauen Sie hin!

Das nächste Ziel ist Paris, Stadt meines Herzens!

Fashionweek New York

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Mit den Amerikanern ist das ja so eine Sache was die Mode betrifft. Man kennt den coolen, allzu glatten Hollywood-Style und die Provinz bleibt meistens von modischen Einflüssen verschont. Aber wir irren uns. Auch die Amerikaner haben eine sehr unkonventionelle und kreative Art mit Mode umzugehen. Und die New Yorker sind wahre Meister. In dieser quirligen, multikulturellen Metropole gibt es nichts, das es nicht gibt.

Besonders hervorzuheben sind meiner Meinung nach die älteren New YorkerInnen. Der Photograph Ari Seth Cohen hat ihnen mit seinem Buch, seinem Film und seinem Blog „Advanced Style“ ein Denkmal gesetzt. Da findet man wunderbare Ladys und Gentlemen die so anarchistisch und stilvoll gekleidet sind, das jedes It-Girl gleich einpacken kann.

Schmelztiegel unterschiedlicher Nationen sind immer besonders spannend, egal ob es um Kunst oder Mode geht. Und in New York ist dieser Spirit spürbar – hoffentlich bleibt es so.

Bei der nächsten Reise schauen wir nach Mailand. Ich freue mich schon auf die Recherche!

Fashionweek Tokyo

Kaum eine Nation geht derart respektlos mit Mode um wie die Japaner. Und ich finde das grandios! Da wird kombiniert und ausprobiert, da geht man an die Grenzen, da lebt man Individualität, die in Japan ja auch wirklich erkämpft werden muss.

Kreativ und phantasievoll verbindet man die Stile von Ost und West, von damals und heute. Neben schlichter Avantgarde tummeln sich bunte Mickey-Mouse-Girls, moderne Geishas spazieren mit Punk-Ladies umher.

Issey Miyake, Yoshi Jamamoto und Rei Kawakubo sind längst zum Inbegriff der japanischen Mode geworden. Keine sind derart Meister darin, eine minimalistische Opulenz zu kreieren.

Aber in Japan gibt es auch einen besonderen Hype um Second Hand-Läden. Der berühmteste ist der Grimoire-Store und dessen Fans bezeichnen sich auch gerne als Grimoire-Girls.

Das nächste Mal geht es in eine ganz andere Richtung, nämlich nach New York. Das wird auch spannend!

Fashionweek Seoul

Modeschauen während der Fashionweek zu besuchen, ist sicherlich sehr interessant. Leider kann ich nicht um die ganze Welt jetten, um mir alles anzuschauen, aber den Göttern sei Dank gibt es das Internet!

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Auch hier in Berlin finde ich es oft interessanter, was sich so vor und hinter den Kulissen tut und was die Menschen tragen, wenn sie zu den Schauen gehen. Ebenfalls spannend ist zu sehen, wie verschieden die Stile je nach Land sind.

In Seoul fällt als erstes auf, dass das Publikum extrem jung ist, was zeigt, dass die Haute Couture noch nicht lange im Augenmerk der Koreaner ist. Das zweite, was mir im Gegenteil zu Tokyo auffällt ist, dass im Streetwear keinerlei Kombinationen von Tradition und Moderne zu finden sind.

Ich nehme mir vor, die wichtigsten Hotspots der Mode zu vergleichen. Das nächste wird Tokyo sein.

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Grenzenlos

Allzu skeptisch verfolge ich Diskussionen bezüglich No-Gos beim Thema Mode. Meiner Meinung nach gibt es keine No-Gos, vorausgesetzt es passt zum Typ, zur Figur und zum Alter. Glücklicherweise leben wir in einer Zeit, in der eigentlich auch nichts mehr wirklich out ist und das finde ich wunderbar.

Schillernd wie ein Paradiesvogel – gewußt wie, ist es fantastisch!

Minimalistisch – stilvoll.

Klassisch – elegant!

Schwarze Madonna – großartig und geheimnisvoll!

Punkig – mit Klasse ein wahrer Hingucker!

Retro – ein sehr persönlicher Stil.

Maximalistisch – oh ja, phantasievoll!

Mode ist grenzenlos, muss grenzenlos sein, sonst ist sie leider nur ein Konsumgut. Wagen wir Grenzenlosigkeit – in unseren Tagen in vieler Hinsicht ein absolutes GO!

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